DKMS - rettet leben

Liebe Mitmenschen,

den Wert einer Sache erkennt man besonders dann, wenn sie fehlt. Eine Erfahrung, die seit 1991 über 5500 Leukämiekranke zum Glück nicht machen mussten: Für so viele Menschen konnte die DKMS nämlich seit Ihrer Gründung den passenden Stammzellspender finden. Auch in Ihnen steckt das Zeug Leben zu retten.

Registrieren Sie sich in der DKMS und werden Sie Teil von etwas Großem.

Unter www.dkms.de sehen Sie wie es geht.

P.S.: es wird Ihnen einzig EINE Blutprobe abgenommen. Im Bedarfsfall werden Sie dann angeschrieben und dürfen noch eine Speichelprobe abgeben. Sind Sie dann ein geeigneter Spender (UND NUR DANN) RETTEN SIE LEBEN - und dürfen in einem vergleichsweise einfachen Eingriff BLUT (KEIN KNOCHENMARK MEHR) spenden.

Auch Geld spenden hilft. DKMS-Spendenkonto:
Kreissparkasse Tübingen
BLZ 64150020
Konto 255556

 

Im folgenden Informationen der DKMS:

 

Häufige Fragen


Wer darf Spender werden?

1.

Wer darf Spender werden?

2.

Wer darf nicht Spender werden?

3.

Was ist, wenn ich schwanger werde / bin?


Zur Typisierung/Registrierung

4.

Warum kostet die Typisierung Geld?

5.

Warum bezahlen die Krankenkassen nicht meine Registrierung?

6.

Muss ich die 10 Euro Praxisgebühr entrichten, wenn ich mir beim Arzt für die DKMS Blut abnehmen lasse?

7.

Wird bei der Typisierung zur Aufnahme in die DKMS gleichzeitig ein HIV-Test vorgenommen?

8.

Wird meine Blutgruppe bei der Typisierung bestimmt?

9.

Was sind HLA-Merkmale?

10.

Warum wird in der Regel bei der Registrierung nur ein Teil der HLA-Merkmale bestimmt?

11.

Wann kommt es zur weiteren Gewebetypisierung?

12.

Wie lange dauert es von der DR-Typisierung bis zur letztendlichen Stammzellspende, wenn alle Merkmale passen?

13. Wie wird die Sicherheit meiner Daten gewährleistet?
14. Wie hoch ist die Chance, dass ich für eine Stammzellspende in Frage komme?
15. Ich bin bereits bei einer anderen Datei registriert. Kann ich mich dann auch noch bei der DKMS eintragen lassen?

Zum Patienten

16. Wann wird die Stammzelltransplantation angewendet?
17. Was sind die Voraussetzungen für eine Stammzelltransplantation?
18. Wie wird auf die Transplantation vorbereitet?
19. Wo und wann wird transplantiert?
20. Wie werden die Stammzellen übertragen?
21. Was sind die ersten Anzeichen für den Erfolg einer Stammzelltransplantation?
22. Welche Komplikationen können beim Patienten auftreten?
23. Können die Stammzellen des Spenders Krankheiten übertragen, die der Patient vorher nicht hatte?
24. Wie geht es dem Patienten, wenn er/sie wieder zuhause ist?
25. Was passiert, wenn kein passender Spender gefunden wird?
26. Wie hoch sind die Heilungschancen durch eine Stammzelltransplantation?
27. Kann ein Spender mit dem Empfänger seiner Stammzellen Kontakt aufnehmen?

Zur Stammzellspende

28. Was muss der Spender vor der Stammzellspende beachten?
29. Wie wird der Spender auf die Stammzellentnahme vorbereitet?
30. Kann ein potenzieller Spender seine zugesagte Spende zurücknehmen?
31. Welche Verfahren der Stammzellentnahme gibt es?
32. Hat Knochenmark etwas mit dem Rückenmark zu tun?
33. Die Knochenmarkentnahme
34. Wie groß ist der Zeitaufwand bei einer Spende?
35. Wie lange dauert die Genesungszeit nach der Knochenmarkspende?
36. Die periphere Stammzellentnahme
37. Hat der Spender nach der Knochenmark- bzw. Stammzellentnahme Beschwerden?
38. Welche Risiken bestehen bei der Knochenmarkentnahme?
39. Welche Risiken bestehen bei der Entnahme peripherer Stammzellen?
40. Ist die Entnahme immer dort, wo der Patient ist, also eventuell auch im Ausland?
41. Mit welchen Kliniken kooperiert die DKMS für die Stammzellentnahme?
42. Warum ist eine Stammzellentnahme nicht in jeder großen Klinik möglich?
43. Kann man sich die Art der Stammzellspende aussuchen?
44. Kann man im Leben mehrmals Stammzellen spenden?

Formale Fragen

45. Wie bin ich als Spender abgesichert?
46. Werde ich zur Spende krankgeschrieben?
47. Wie reagieren die Arbeitgeber?
48. Wie finanziert sich die DKMS?

Für Initiativgruppen und Helfer

49. Wer kann Registrierungsaktionen organisieren?
50. Kann ich das alleine schaffen?
51. Welche Unterstützung bekommt man von der DKMS?
52. Welche Voraussetzungen braucht man?




Wer darf Spender werden?

1. Wer darf Spender werden?
Lebensspender werden können grundsätzlich alle Menschen, die zwischen 18 und 55 Jahre alt und in guter körperlicher Verfassung sind. Zu Ihrem Schutz und zum Wohle der Patienten gibt es einige Ausnahmen. Mehr dazu im nächsten Punkt.
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2. Wer darf nicht Spender werden?
Zur Aufnahme hat die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei genaue Richtlinien der Bundesärztekammer zu beachten.

Diese besagen, dass folgende Personen nicht aufgenommen werden dürfen:
  • Personen, die jünger als 18 oder älter als 55 Jahre sind
  • Personen, die weniger als 50 kg wiegen oder aber stark übergewichtig (bei mehr als 130 kg bitte Rücksprache)
  • Ausgeschlossen sind Personen mit bestimmten schweren Erkrankungen. Um welche es sich genau handelt, erfahren Sie hier.
  • Personen nach einer Fremdorgantransplantation
  • Personen mit einer Suchterkrankung
  • Personen, die zu von der Bundesärztekammer festgelegten Risikogruppen gehören
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3. Was ist, wenn ich schwanger werde / bin?
Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Bitte informieren Sie uns als registrierte Spenderin über Ihre Schwangerschaft und den voraussichtlichen Geburtstermin. Sie werden von uns ab diesem Zeitpunkt sowie i.d.R. noch 6 Monate nach der Entbindung (Still- und Erholungszeit) von uns als potenzielle Spenderin für die Stammzellspende gesperrt. Nach Ablauf der Sperre werden Sie dann wieder für Anfragen freigegeben, falls wir nichts Gegenteiliges von Ihnen hören.
Achtung: Falls Sie noch nicht als Spenderin registriert sind, brauchen Sie nicht bis nach der Entbindung zu warten! Teilen Sie uns lediglich bei der Aufnahme in die DKMS mit, wann Ihr Entbindungstermin ist und wir veranlassen die weiteren Schritte wie oben beschrieben.
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Zur Typisierung/Registrierung

4. Warum kostet die Typisierung Geld?
Die DKMS wurde 1991 als Privatinitiative gegründet. Damals gab es in Deutschland gerade einmal 3.000 registrierte Stammzellspender und wenig Hoffnung auf Hilfe für Krebspatienten. Nachdem die ersten Spendengelder schnell für Typisierungskosten ausgegeben waren, erhielt die DKMS als Anschubfinanzierung finanzielle Unterstützung von der Deutschen Krebshilfe und dem Bundesministerium für Gesundheit. Diese Hilfen liefen aber Ende 1994 aus. Seitdem ist die DKMS für Aufnahme neuer Stammzellspender auf Geldspenden angewiesen.
Die Kosten, die heute für die Registrierung anfallen, sind im Vergleich zu damals deutlich gesunken, von damals 600 DM auf 50 Euro heute. Leider lässt sich diese Preisspirale aber nicht beliebig weiter nach unten drehen, ohne dass wir von unserem Qualitätsanspruch abweichen würden.
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5. Warum bezahlen die Krankenkassen nicht meine Registrierung?
Die Krankenkassen dürfen laut der Bestimmungen des Sozialgesetzbuches Nr. 5 nicht für Aufnahme neuer Stammzellspender aufkommen, sondern nur die Behandlungskosten zur Genesung der Versicherten tragen. Es fehlt die Zuordnung und daher Abrechnungsmöglichkeit, d.h. bei der Aufnahme als Spender weiss niemand, ob Sie oder auch wann Sie gegebenenfalls für irgendeinen Patienten auf der Welt als Stammzellspender in Frage kommen.
Wenn es zu einer Übereinstimmung der Daten eines Patienten und eines Spenders kommt, übernimmt die Krankenkasse des Patienten alle weiteren Kosten, die durch eine eventuelle Stammzelltransplantation entstehen. Dies sind z.B. die genaueren Untersuchungen der Blutprobe und auch die der Person des potenziellen Lebensspenders sowie die Kosten, die im Rahmen seiner Stammzellspende im Krankenhaus entstehen wie auch seine Reisekosten und den eventuellen Verdienstausfall.

Die Krankenkassen unterstützen die DKMS u.a. bei der sogenannten Bestandspflege. Dabei spielt die Qualität der Daten z.B. hinsichtlich der Aktualität der Adressen eine Rolle. Dies ist ein Grund, warum die DKMS allen Registrierten eine DKMS-Spendercard zuschickt und einmal im Jahr alle ihre potenziellen Stammzellspender anschreibt und so die Adressen überprüft und sie nebenbei über alles Neue auf dem Laufenden hält. Denn nichts wäre schlimmer, als die Stecknadel im Heuhaufen gefunden zu haben und sie dann aufgeben zu müssen, weil derjenige umgezogen ist und die neue Adresse nicht mitgeteilt hat.
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6. Muss ich die 10 Euro Praxisgebühr entrichten, wenn ich mir beim Arzt für die DKMS Blut abnehmen lasse?
Laut Aussage der kassenärztlichen Bundesvereinigung muss bei einer Blutabnahme, die Ihr Arzt für die DKMS durchführt, Ihre Versichertenkarte nicht eingelesen werden und daher auch keine Praxisgebühr gezahlt werden. Sollte Ihr behandelnder Arzt hierzu Fragen haben, kann er sich gerne telefonisch mit der DKMS in Verbindung setzen (Tel.: 0221 / 94 05 82 - 0;
E-Mail:
post@dkms.de).
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7. Wird bei der Typisierung zur Aufnahme in die DKMS gleichzeitig ein HIV-Test vorgenommen?
Bei der Aufnahme in die DKMS wird ein Teil Ihrer Gewebemerkmalskombinationen untersucht, es erfolgen keine Tests hinsichtlich bestimmter Infektionserreger.
Da es zumeist erst Jahre später zu einer konkreten Anfrage für einen eventuellen Stammzellspender kommt, ist es sinnvoller, eine Untersuchung des Blutes auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HI-Viren, Hepatitis-Viren (B und C) erst dann zu veranlassen, wenn die Gewebemerkmale des potenziellen Spenders mit denen eines Patienten nahezu vollständig übereinstimmen. Im Rahmen aller folgenden notwendigen Untersuchungen wird eine erneute Blutentnahme durchgeführt. Sie werden natürlich über alle Schritte informiert und zu Ihrem Einverständnis befragt.
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8. Wird meine Blutgruppe bei der Typisierung bestimmt?
Nein, denn bei der Stammzelltransplantation kommt es nicht auf die Übereinstimmung der Blutgruppen an, sondern auf die Gewebemerkmalskombinationen (siehe HLA-Merkmale). Eine nahezu 100%ige Übereinstimmung zu finden, ist sehr kompliziert und wird deshalb mit der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen verglichen. Erst wenn man als Stammzellspender in die engere Wahl kommt, wird auch die Blutgruppe des Spenders bestimmt. Kommt es zur Spende, dann übernimmt der Empfänger mit den Stammzellen sogar die Blutgruppe seines Spenders.
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9. Was sind HLA-Merkmale?
HLA-Merkmale sind Gewebemerkmale. Es handelt sich um die Merkmale des sog. HLA-Systems, welches auch als Gewebeverträglichkeitssystem bezeichnet wird. HLA ist die Abkürzung für Human Leukocyte Antigen, da die Gewebemerkmale zuerst auf der Oberfläche der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) identifiziert wurden. Jeder Mensch besitzt auf seinen Körperzellen für Ihn typische Gewebemerkmale, aufgrund derer das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden kann. So entsteht ein Abwehrmechanismus gegen Krankheitserreger (Fremdeiweisse), der zu Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen (siehe GVHD) führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass die HLA-Merkmale (Gewebemerkmale) zwischen Spender und Patient nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit es nicht zu den gefürchteten Abstoßungsreaktionen beim Patienten kommt.
Die genetische Information des gesamten HLA-Systems ist auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 lokalisiert und bewirkt die Ausprägung bestimmter Eiweissstrukturen, der sog. HLA-Merkmale, auf der Zelloberfläche. Diese werden nach den ihnen zugrunde liegenden Genorten benannt. Die wichtigsten HLA-Merkmale sind die HLA-A-, HLA-B- und HLA-DR-Merkmale. Nach Bestimmung dieser Merkmale kann in der Regel eine erste Beurteilung darüber erfolgen, ob ein Spender als Stammzellspender für einen Patienten in Frage kommen könnte. Es gibt noch weitere HLA-Merkmale, die im Rahmen weitergehender Gewebetypisierungen bestimmt werden können, dies sind u. a. die HLA-C-, HLA-DQ- und HLA-DP-Merkmale.
Da jeder Mensch die Erbinformation zu einem Teil von der Mutter und zu einem Teil vom Vater vererbt bekommt, gibt es auch bei den Gewebemerkmalen für einen Merkmalstyp zwei Ausprägungen, die hier durch Zahlen gekennzeichnet werden. Der HLA-Befund lautet dann beispielsweise für HLA-A 2 und 24, für HLA-B 7 und 61 und für HLA-DR 11 und 13.
Aufgrund der großen Zahl verschiedener Ausprägungsmöglichkeiten bei den Gewebemerkmalen, gibt es unzählige Möglichkeiten, wie sich bei einem Individuum das HLA-Gewebemuster zusammensetzen kann. Da die einzelnen Gewebemerkmale in der Bevölkerung selbst auch noch unterschiedlich häufig vorkommen, reicht die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen passenden Spender mit demselben HLA-Gewebemuster zu finden, etwa von 1:30.000 bis zu weit über 1 zu mehreren Millionen.
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10. Warum wird in der Regel bei der Registrierung nur ein Teil der HLA-Merkmale bestimmt?
Aus Kostengründen werden bei der Registrierung nur ein Teil der HLA-Merkmale bestimmt, dies sind die HLA-A- und die HLA-B-Merkmale. Diese ersten vier von insgesamt sechs Gewebemerkmale sind für einen ersten Abgleich im Suchzentrum zwischen den HLA-Befunden der Patienten und den HLA-Befunden der Spender erforderlich, um erkennen zu können, ob eventuell Übereinstimmungen vorliegen.
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11. Wann kommt es zur weiteren Gewebetypisierung?
Wenn im Suchzentrum eine Übereinstimmung zwischen den ersten vier von insgesamt sechs HLA-Merkmalen eines Patienten und von Spendern festgestellt wurde, wird bei diesen Spendern eine weitere Gewebetypisierung veranlasst, d. h. eine HLA-DR-Typisierung, also eine Bestimmung der letzten beiden sog. HLA-DR-Merkmale wird vorgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach dieser Typisierung der Spender weiterhin für einen bestimmten Patienten als Stammzellspender in Frage kommt, beträgt hierbei etwa fünf Prozent.

Es gibt eine zweite Möglichkeit, bei der es zur weiteren Gewebetypisierung kommt: Um die Suche nach geeigneten Stammzellspendern für einen Patienten zu beschleunigen, kann eine HLA-DR-Typisierung auch im Rahmen eines Qualitätsprojektes, welches die DKMS selbst veranlasst, durchgeführt werden. Hierzu werden mit Hilfe eines besonderen Programms Spender ausgewählt, die aufgrund ihrer HLA-Merkmale statistisch gesehen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, als Stammzellspender in Frage zu kommen. Diese Spender werden also (prospektiv) vorausschauend für die Zukunft und nicht auf einen bestimmten Patienten bezogen HLA-DR-typisiert.

Zwischen dieser HLA-DR-Typisierung und der eigentlichen Stammzellspende liegen in der Regel noch ein bis zwei weitere Untersuchungsschritte. In jedem Fall kommt es vor der Stammzellspende zur sog. Bestätigungstypisierung (Confirmatory Typing). Hierbei werden im Transplantationszentrum nochmals alle Gewebemerkmale des Spenders detailliert untersucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach dieser Untersuchung zur Stammzellspende kommt, beträgt etwa zwanzig Prozent. Oft ist diesem Untersuchungsschritt eine sog. Feintypisierung vorgeschaltet. Hierbei werden die Gewebemerkmale des Spenders feinuntersucht. Findet sich eine Übereinstimmung der feinuntersuchten Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten, so steigt die Wahrscheinlichkeit im Rahmen der folgenden Bestätigungstypisierung für diesen bestimmten Patienten als Stammzellspender in Frage zu kommen auf etwa achtzig Prozent.
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12. Wie lange dauert es von der DR-Typisierung bis zur letztendlichen Stammzellspende, wenn alle Merkmale passen?
Nach der DR-Typisierung kann es je nach Dringlichkeit und Allgemeinzustand des Patienten circa ein bis drei Monate dauern, bis es zur konkreten Stammzellspende kommt. Beim Feststellen einer Übereinstimmung der HLA-Merkmale kommt es zu weiteren Untersuchungen bzw. einer erneuten Blutabnahme für das CT (Confirmatory Typing), die sog. Bestätigungstypisierung. Danach fällt die Entscheidung, ob ein Spender tatsächlich zum Patienten passt.
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13. Wie wird die Sicherheit meiner Daten gewährleistet?
Datenschutz und Datensicherheit sind für die DKMS und damit jeden Mitarbeiter oberstes Gebot. Der Schutz der personenbezogenen Daten unserer Spender ist uns ein besonderes Anliegen. Für die Gewährleistung des Datenschutzes gibt es bei der DKMS einen eigenen betrieblichen Datenschutzbeauftragten, der auf die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes hinwirkt.
Die DKMS erhebt, verarbeitet und nutzt Ihre personenbezogenen Daten entsprechend Ihrer Einverständniserklärung nur, soweit dies gesetzlich zulässig und notwendig ist, um geeignete Knochenmarkspender bzw. Stammzellspender zu finden.
Die persönlichen Daten werden ausschließlich bei der DKMS gespeichert. Lediglich die suchrelevanten Daten wie HLA-Gewebemerkmale, Alter und Geschlecht werden mit der zugewiesenen Spendernummer an nationale bzw. internationale Suchregister wie das ZKRD (Zentrales Knochenmarkspenderregister für Deutschland) weitergeben.
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14. Wie hoch ist die Chance, dass ich für eine Stammzellspende in Frage komme?
Die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 10 Jahren Stammzellspender zu werden, beträgt rund 1 Prozent. Im Moment spenden etwa drei DKMS-Spender täglich Stammzellen oder Knochenmark. Über 5.000 Mal konnte bereits die Chance auf Leben gegeben werden.
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15. Ich bin bereits bei einer anderen Datei registriert. Kann ich mich dann auch noch bei der DKMS eintragen lassen?
Eine "doppelte" Registrierung wäre unnötig und falsch, da alle Daten beim Zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm gesammelt werden. Die zweite Eintragung würde zu unnötigen Kosten und auch zu Verwirrungen führen.
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Zum Patienten

16. Wann wird die Stammzelltransplantation angewendet?
Stammzelltransplantationen werden überwiegend bei Patienten durchgeführt, die unter Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. Dazu gehören verschiedene Formen von Leukämie und Lymphomknotenkrebs bei Kindern und Erwachsenen, die schwere aplastische Anämie, schwere angeborene Immundefekte (nur bei Kindern) sowie verschiedene Erkrankungen der roten Blutkörperchen. Am häufigsten wird die Stammzelltransplantation jedoch bei den verschiedenen Formen der Leukämie angewendet.
Hier finden Sie mehr zum Thema "
Leukämie".
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17. Was sind die Voraussetzungen für eine Stammzelltransplantation?
Ob ein Patient tatsächlich eine Stammzelltransplantation empfangen kann, hängt vom Alter, von der Art und Schwere seiner Erkrankung und seiner körperlichen Verfassung ab. Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Stammzelltransplantation ist natürlich, dass ein Spender mit nahezu identischen Gewebemerkmalen gefunden wird.
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18. Wie wird auf die Transplantation vorbereitet?
Ungefähr zwei Wochen vor der Transplantation wird der Patient stationär in die Klinik aufgenommen. Nachdem alle notwendigen Voruntersuchungen abgeschlossen sind, beginnt die eigentliche Vorbereitungsphase für die Stammzelltransplantation. Dafür wird der Patient 7 bis 10 Tage vor der Transplantation auf die Transplantationsstation verlegt. Dort wird sein krankes blutbildendes System durch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie behandelt. Deren Ziel sind zum einen die vollständige Zerstörung aller kranken Zellen und zum anderen die Unterdrückung des Abwehrsystems, um zu vermeiden, dass die übertragenen Stammzellen abgestoßen werden. Da der Patient nach der Therapie nur über stark reduzierte Abwehrkräfte verfügt, muss die Vorbereitungsphase teilweise in einer sogenannten Isoliereinheit - einem keimarmen Raum - stattfinden. Nur so kann die lebensbedrohliche Infektionsgefahr vermindert werden.
In diesem Stadium ist der Patient auf die Stammzellen des Spenders angewiesen, um wieder selbst Blut produzieren zu können.
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19. Wo und wann wird transplantiert?
Auch die Stammzelltransplantation selbst findet deshalb in einem vor Krankheitskeimen abgeschirmten Behandlungszimmers statt. Die Transplantation sollte möglichst innerhalb von 48 Stunden nach Entnahme der Stammzellen durchgeführt werden.
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20. Wie werden die Stammzellen übertragen?
Die Übertragung der Stammzellen des Spenders erfolgt, ähnlich wie bei einer Bluttransfusion, intravenös. Die transplantierten Stammzellen werden durch den Blutstrom im Körper verteilt und nisten sich von selbst in den Knochenmarkhohlräumen des Patienten ein. Dort beginnen sie, neue, gesunde Blutzellen zu bilden. Während der ersten zwei bis vier Wochen nach der Transplantation bleibt der Patient wegen des Infektionsrisikos in seinem Isolierzimmer.
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21. Was sind die ersten Anzeichen für den Erfolg einer Stammzelltransplantation?
Nach ca. zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weissen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden. Nach einer Transplantation stimulierter peripherer Blutstammzellen ist dies in der Regel schneller der Fall als nach der Übertragung von Knochenmark. Bei stetigem Anstieg weisser Blutkörperchen, steigt auch die Chance auf ein zweites Leben für den Patienten.
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22. Welche Komplikationen können beim Patienten auftreten?
Komplikationen während der Vorbereitungsphase sind meist die allgemein bekannten Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie wie z.B. Übelkeit und Erbrechen. Während der ersten Zeit nach der Transplantation besteht generell ein erhöhtes Infektionsrisiko, da das Immunsystem des Patienten nach der o.g. Vorbereitungsphase stark geschwächt ist und sich erst langsam wieder aufbaut. Leider können auch Rückfälle auftreten, da unter Umständen nicht alle Krebszellen zerstört wurden. Das heisst, es kann auch nach der Transplantation zum Wiederausbruch der Leukämie kommen. Nach der Transplantation kann es auch sein, dass die neuen Stammzellen sich mit dem Körpergewebe des Patienten nicht vertragen und es daraufhin zu einer umgekehrten Abstoßungsreaktionen kommt - eine sehr schwer wiegende Komplikation (siehe GVHD). Sollten die Spender-Stammzellen nicht anwachsen oder kommt es zu einem Krankheitsrückfall, wird der Spender eventuell gefragt, ob er zu einer weiteren Stammzellspende bereit ist.
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23. Können die Stammzellen des Spenders Krankheiten übertragen, die der Patient vorher nicht hatte?
Der Spender wurde vor der Entnahme mehrfach eingehend untersucht, um Risiken auszuschließen.
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24. Wie geht es dem Patienten, wenn er/sie wieder zuhause ist?
Ziel ist es, dass die Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wieder ein fast normales Leben führen können. Anfangs müssen sie jedoch einige Regeln befolgen. So sollte der Patient sich beispielsweise von großen Menschenmengen anfangs fernhalten, um ein davon ausgehendes, erhöhtes Infektionsrisiko zu vermeiden. Bei einigen Patienten kommt es zu lang andauernden Abstoßungsreaktionen, z.B. Hautausschlägen, Haarausfall, verminderter Speichel- und Tränenproduktion (siehe GVHD).
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25. Was passiert, wenn kein passender Spender gefunden wird?
In diesem Fall muss versucht werden, dem Patienten durch andere Formen der Behandlung zu helfen. Je nach Art der individuellen Erkrankung werden vor allem die Strahlentherapie und die Chemotherapie eingesetzt. Bei vielen Patienten jedoch ist die Stammzelltransplantation die einzige Behandlungsmethode mit Aussicht auf Heilung.
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26. Wie hoch sind die Heilungschancen durch eine Stammzelltransplantation?
Bei 40-80% der transplantierten Patienten verläuft die Behandlung erfolgreich. Die individuelle Überlebensdauer nach einer Transplantation hängt im Einzelfall vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten, vom Zeitpunkt der Transplantation, von der Art der zugrunde liegenden Erkrankung und vom Auftreten möglicher Komplikationen ab.
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27. Kann ein Spender mit dem Empfänger seiner Stammzellen Kontakt aufnehmen?
Über die DKMS kann der Spender Informationen über den Genesungsverlauf des Patienten erhalten und auch schriftlichen Kontakt aufnehmen. Dabei wird aber in den ersten zwei Jahren nach der Stammzelltransplantation die Anonymität von Spender und Patient auf jeden Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen gewahrt. Danach kann die DKMS den direkten Kontakt zwischen Spender und Patient vermitteln, wenn beide dies wünschen: per Brief, Telefon oder auch durch ein persönliches Treffen.
Dies ist allerdings nicht möglich, wenn der Spender bzw. Patient in einem Land lebt, in dem die Anonymität nach den dortigen Gesetzen bestehen bleiben m